Methoden

Akupunktur ist wohl die bekannteste und im Westen am weitesten verbreitete asiatische Heilmethode. Erste Aufzeichnungen liegen ca. 5000 Jahre zurück. Sie beruht auf der Vorstellung einer durch den Körper fließenden Lebensenergie, die in China Qi genannt wird. Ihre Anteile Yin und Yang wirken als Gegenpole im Organismus und stellen beim Gesunden ein Gleichgewicht dar.

Ähnlich wie Flüsse das Land durchziehen, verlaufen Energiebahnen, Meridiane genannt, durch den Körper und versorgen ihn mit Lebensenergie. Auf diesen Leitbahnen liegen die ca. 700 bekannten Akupunkturpunkte mit deren Hilfe man die Energieflüsse beeinflussen und regulieren kann. Krankheiten sind nach chinesischer Vorstellung auf eine Störung im Fließen der Lebensenergie zurückzuführen.

Aus heutiger neurophysiologischer Sicht werden durch die Nadelstiche Impulse im Rückenmark und im Gehirn ausgelöst, die z.B. die Weiterleitung eines Schmerzeizes unterdrücken oder im Gehirn die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe fördern können. In den vergangenen Jahren ist die Wirksamkeit der Akupunktur durch beeindruckende Studienergebnisse belegt worden.

Der Einstich mit den extrem dünnen Nadeln kann zu einem kurzzeitigen Schmerz führen, der meist hell und oberflächlich empfunden wird. Manchmal wird ein tiefer empfundener ziehender Schmerzreiz ausgelöst. Die leichten Einstichschmerzen sind Teil der Akupunkturwirkung. Sie sind weniger stark als z.B. bei einer Blutentnahme.

Ohrakupunktur

Der französische Arzt Dr. Paul Nogier entwickelte vor ca. 50 Jahren die Ohrakupunktur. Die Ohroberflä­che bildet eine Reflexzone, auf der alle Organe des Körpers abgebildet sind. Aufgrund der kurzen Reflexwege zwischen der Ohrmuschel und den Schmerzzentren des Gehirns ist die Ohrakupunktur bei Schmerzzuständen besonders wirksam.

Behandlung

In der Regel werden 2 Behandlungen in der Woche durchgeführt. Nach 10 Sitzungen kann die Be­handlung meistens beendet werden.

Jede Akupunkturbehandlung wird individuell abgerechnet und kostet € 35-46. Die Rechnungs­stellung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Eine Sitzung dauert 20-40 Minuten. Die meisten privaten Krankenkassen übernehmen die Kosten vollständig. Gesetzliche Kassen haben für spezielle Erkrankungen Akupunktur-Behandlungen in ihren Leistungskatalog aufgenommen.

 

Behandlungsgebiete

Die Akupunktur bietet sie sich bei folgenden Erkrankungen an:

Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

  • Arterielle Hypertonie
  • Funktionelle Herzerkrankungen
  • Herzrhythmusstörungen

Magen-Darm-Erkrankungen:

M. Crohn/Colitis ulcerosa

Bronchial- und Lungenerkrankungen:

  • Allergien
  • Asthma

Neurologische Erkrankungen:

  • Migräne, Kopfschmerzen
  • Facialisparese
  • Lähmungen (nach Schlaganfall)
  • Neuralgien, z.B. Trigeminus
  • Phantomschmerz
  • Polyneuropathien
  • Tinnitus

Psychische Erkrankungen:

  • Depressive Verstimmungen
  • Erschöpfungszustände
  • Psychovegetative und psychosomatische Erkrankungen
  • Schlafstörungen
  • Unruhezustände
  • Suchtbehandlung

HNO-Erkrankungen:

  • Heuschnupfen
  • Reisekrankheit
  • Schwindel
  • chronische Entzündungen (Mandeln, Mittelohr, Nasennebenhöhlen)
  • häufige Erkältungen/Infektanfälligkeit

Orthopädische Erkrankungen:

  • Fibromyalgie
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Rheuma
  • Sudeck’sche Dystrophie
  • Skoliose/Schiefhals
  • Bandscheiben/Nervenwurzelreizung
  • M. Bechterew

Hauterkrankungen:

  • Akne
  • Allergien
  • Herpes
    Neurodermitis
  • Schuppenflechte
  • schmerzhafte Narben

Urologische Erkrankungen:

  • Impotenz
  • Reizblase
  • Nieren/Harnleitersteine